Online-Shop optimieren: Checkliste vor der ersten Anzeige

SEO und WebsitesAktualisiert: 26.10.20269 Min. Lesezeit

Diese Liste gehen wir durch, bevor wir für einen Online-Shop die erste Anzeige starten. Jeder Punkt ist eine Frage, die Sie mit Ja oder Nein beantworten. Wo die Antwort Nein lautet, holt eine Anzeige ihr Geld fast nie wieder herein.

Wer einen Online-Shop optimieren will, beginnt oft mit einem neuen Design. Das ist selten der richtige erste Schritt. Ein Käufer, der über Google auf einer Produktseite landet, achtet nicht auf Farben. Er will wissen, ob das Produkt lieferbar ist, was der Versand kostet, ob er so bezahlen kann wie gewohnt und ob die Seite auf dem Smartphone funktioniert. Die Liste ist in sieben Blöcke geteilt, von denen mit dem größten Einfluss auf den Umsatz bis zu denen, die Sie einmal einrichten und danach nur prüfen.

Kurz gesagt

  • Fangen Sie beim Tracking und Checkout an, nicht beim Design. Ohne Messung wissen Sie nicht, was Sie verbessert haben.
  • Googles Grenzwerte für gute Nutzererfahrung: LCP bis 2,5 s, INP bis 200 ms, CLS bis 0,1. Messen Sie Kategorie- und Produktseiten auf dem Smartphone.
  • Rechnungskauf, PayPal und Klarna erwarten viele Kunden in Deutschland und Österreich, in der Schweiz zusätzlich TWINT und Rechnung.
  • Seit 19. Juni 2026 brauchen Shops für Verbraucher in der EU einen Widerrufsbutton, in Deutschland nach § 356a BGB.
  • Die Schweiz kennt kein gesetzliches Widerrufsrecht für Onlinekäufe. Ein deutscher Shop für CH-Kunden braucht trotzdem eigene Pflichtangaben.

Tracking: ohne Messung kein Fortschritt

Das Tracking steht an erster Stelle, weil jede andere Änderung ohne Messung Raten bleibt. Wenn Sie den Checkout umbauen, wollen Sie sehen, ob mehr Käufe abgeschlossen werden. Ohne sauber eingerichtete Ereignisse sehen Sie das nicht.

  • Google Analytics 4 erfasst die E-Commerce-Ereignisse view_item, add_to_cart, begin_checkout und purchase, jeweils mit Wert und Währung.
  • Das Ereignis purchase wird einmal pro Bestellung ausgelöst, nicht bei jedem Neuladen der Bestätigungsseite.
  • Der Bestellwert ist ohne Versandkosten und mit einheitlicher Behandlung der MwSt. (immer brutto oder immer netto).
  • Consent Mode v2 ist eingerichtet. Google verlangt ihn für Werbung im EWR seit März 2024, und seit 31. Juli 2024 gilt Googles Einwilligungsrichtlinie auch für die Schweiz.
  • Die Conversion in Google Ads und Meta ist der Kauf, nicht der Seitenaufruf oder das Hinzufügen zum Warenkorb.
  • Bei Shops mit mehreren Währungen (EUR und CHF) wird die Währung mit jedem Kauf mitgeschickt. Fehlt sie, können Beträge in Franken als Euro gezählt werden.

Bei Shops mit viel Umsatz lohnt sich serverseitiges Tracking. Ein Teil der Daten, die der Browser wegen abgelehnter Cookies oder Blocker nicht sendet, erreicht so trotzdem Analytics und die Werbesysteme, soweit die Einwilligung es erlaubt.

Ladezeit und Core Web Vitals

Google misst die Nutzererfahrung einer Seite mit drei Werten, den Core Web Vitals. Für jeden hat Google einen Grenzwert veröffentlicht, ab dem eine Seite als gut gilt, gemessen an 75 % der Seitenaufrufe.

LCP – wann der Hauptinhalt erscheint
0 sgut bis 2,5 sab 4 s schlecht
INP – wie schnell die Seite auf Tippen reagiert
0 msgut bis 200 msab 500 ms schlecht
CLS – wie stark sich der Inhalt beim Laden verschiebt
0gut bis 0,1ab 0,25 schlecht
Grenzwerte für die Core Web Vitals nach Googles Dokumentation auf web.dev. Der dunkle Teil ist der Bereich „gut“.

Die Werte finden Sie in der Google Search Console im Bericht zu den Core Web Vitals oder in PageSpeed Insights. Wichtig ist, was Sie messen. Die Startseite ist oft die schnellste Seite des Shops, weil alle sie optimieren. Käufer aus Anzeigen und Suche landen aber auf Kategorien und Produkten.

Bei WooCommerce und Shopware kosten meist dieselben drei Dinge die meiste Zeit: Bilder, die nicht für das Smartphone verkleinert sind, zu viele Plugins, die ihre Skripte auf jeder Seite laden, und Slider oben auf der Seite, die den Hauptinhalt verschieben. Bei Shopify sind es oft Apps, die irgendwann getestet und nie entfernt wurden. Und im DACH-Raum ein Sonderfall: Cookie-Banner, die so spät laden, dass sie die Seite nach unten schieben und den CLS verschlechtern.

  1. Fünf Seiten messen

    Startseite, die zwei meistbesuchten Kategorien, die zwei meistverkauften Produkte. Auf dem Smartphone.

  2. Bilder aufräumen

    Moderne Formate (WebP oder AVIF), die richtige Größe für den Bildschirm und verzögertes Laden für Bilder unterhalb des ersten Bildschirms.

  3. Plugins oder Apps zählen

    Fragen Sie bei jedem, was passiert, wenn Sie ihn abschalten. Lautet die Antwort „weiß ich nicht“, schalten Sie ihn auf einer Testkopie ab und prüfen.

  4. Platz reservieren

    Bilder, Banner und Cookie-Banner brauchen feste Maße, damit sich der Inhalt beim Laden nicht verschiebt.

Kategorie- und Produktseiten für die Suche

Die meisten Suchen im E-Commerce gelten nicht einem bestimmten Modell, sondern einer Kategorie: „Wanderschuhe Damen wasserdicht“, „Kindersitz Isofix“. Diese Suchen führen auf die Kategorieseite, deshalb ist sie für SEO oft wichtiger als das einzelne Produkt.

  • Jede Kategorie hat einen kurzen Text, der bei der Auswahl hilft (worauf achten, Unterschiede zwischen Varianten), keine Keyword-Liste.
  • Filter (Farbe, Größe, Preis) erzeugen keine tausenden indexierten URLs. Google empfiehlt im Leitfaden zur Facettennavigation, sie mit Canonical-Tags oder robots.txt zu begrenzen.
  • Seitentitel und Beschreibung für Google sind für jede Hauptkategorie einzeln geschrieben.
  • Produkte haben strukturierte Daten vom Typ Product mit Offer (Preis, Verfügbarkeit, Währung), damit Google den Preis im Ergebnis zeigen kann.
  • Ein ausverkauftes Produkt bleibt unter seiner URL, mit Hinweis „nicht lieferbar“ und ähnlichen Alternativen, statt einen 404-Fehler zu liefern.
  • Die Produktbeschreibung ist keine Kopie des Herstellertexts, den zehn andere Shops ebenfalls haben.
Aus der Praxis

Der schnellste SEO-Gewinn in einem Shop mit einigen hundert Produkten ist oft ein guter Text auf den zehn wichtigsten Kategorien. Das ist ein Arbeitstag, kein Halbjahresprojekt. Wie wir SEO insgesamt angehen, steht auf der Seite SEO-Betreuung.

Wer seinen Produktfeed für Google Shopping pflegt, kann ihn meist auch für Preisvergleiche wie Idealo, Geizhals in Österreich oder Toppreise in der Schweiz nutzen. Prüfen Sie dort aber die Gebühren pro Klick, bevor Sie alle Produkte freigeben.

Eine Produktseite, die Fragen beantwortet

Die Produktseite muss die Fragen beantworten, die der Käufer sonst am Telefon stellen würde. Tut sie das nicht, vergleicht er woanders, oft über Google, wo die Konkurrenz wartet.

Frage des KäufersWo die Antwort stehen muss
Was kostet der Versand?Auf der Produktseite, nicht erst im Checkout. Bei kostenlosem Versand ab einem Betrag die Grenze nennen. Für Österreich und die Schweiz eigene Versandkosten angeben.
Wann ist es bei mir?Neben dem Kaufbutton: Lieferzeit für Lagerware und getrennt für Bestellware.
Was kostet es pro Kilo oder Liter?Bei Waren nach Gewicht, Volumen oder Länge den Grundpreis neben dem Gesamtpreis, wie es die Preisangabenverordnung verlangt.
Passt es mir?Größentabelle, Maße in Zentimetern, Foto im Einsatz.
Was, wenn es nicht passt?Kurze Zusammenfassung der Rückgabe am Kaufbutton und ein Link zu den vollständigen Bedingungen.
Ist der Shop seriös?Echte Kundenbewertungen, Impressum im Footer, ein Kontakt, der antwortet.

Bewertungen müssen echt sein. In Deutschland müssen Sie nach § 5b Abs. 3 UWG zudem angeben, ob und wie Sie prüfen, dass Bewertungen von echten Käufern stammen.

Checkout und Zahlarten

Im Checkout verliert ein Shop den Käufer, der sich schon entschieden hat. Jedes zusätzliche Feld und jede unerwartete Gebühr ist eine Gelegenheit, es sich anders zu überlegen.

  • Kauf als Gast ohne Registrierung. Ein Kundenkonto bieten Sie nach dem Kauf mit einem Klick an.
  • Versandkosten sind vor dem letzten Schritt bekannt.
  • Nur Felder, die Sie für Lieferung und Rechnung wirklich brauchen. USt-IdNr. nur für Firmenkunden, die Anrede nicht als Pflichtfeld. Der EuGH hat im Januar 2025 entschieden, dass eine verpflichtende Anrede gegen die Datenminimierung der DSGVO verstoßen kann.
  • Der Bestellbutton ist eindeutig beschriftet, etwa mit „zahlungspflichtig bestellen“, wie es § 312j BGB verlangt.
  • Fehler im Formular stehen direkt am Feld, nicht als allgemeine Meldung oben auf der Seite.

Bei den Zahlarten unterscheiden sich die drei Länder stärker, als viele Shops berücksichtigen:

LandWas Käufer häufig erwarten
DeutschlandPayPal, Kauf auf Rechnung (oft über Klarna oder einen anderen Anbieter), Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay.
ÖsterreichÄhnlich wie Deutschland: PayPal, Klarna, Kreditkarte, Rechnung.
SchweizTWINT, Rechnung, Kreditkarte, PayPal. Wer nur Vorkasse anbietet, verliert Käufe.

Orientierung, keine Marktstatistik. Prüfen Sie in Ihren eigenen Daten, welche Zahlart im Checkout am häufigsten abgebrochen wird.

Machen Sie einen Testkauf auf dem Smartphone, über mobile Daten und nicht über das Büro-WLAN. Messen Sie die Zeit vom Klick auf „In den Warenkorb“ bis zur Bestätigung. Die meisten Shop-Betreiber haben das seit dem Start nicht mehr getan und sind überrascht, wie viele Schritte sich inzwischen angesammelt haben.

Pflichtangaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Was ein Online-Shop vor dem Kauf angeben muss, regeln nationale Gesetze und EU-Recht. Die Pflichten wirken sich auch auf Anzeigen aus: Google lehnt im Merchant Center Shops ab, denen Kontaktdaten oder Rückgabebedingungen fehlen, weil sie gegen die Richtlinie zu falschen Darstellungen verstoßen.

PflichtDeutschlandÖsterreichSchweiz
AnbieterangabenImpressum nach § 5 DDGImpressum nach § 5 ECG, dazu Angaben nach UGB und Offenlegung nach MedienGIdentität und Kontakt inkl. E-Mail nach Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG
Widerruf14 Tage, Belehrung und Muster-Formular14 Tage Rücktrittsrecht nach FAGGKein gesetzliches Widerrufsrecht. Freiwillige Rückgabe klar in den AGB regeln
WiderrufsbuttonSeit 19. Juni 2026 nach § 356a BGBAus derselben EU-Richtlinie, Umsetzung im FAGG vorgesehenNicht vorgeschrieben
PreiseGesamtpreis inkl. MwSt., Versandkosten, Grundpreis. Bei Rabatten der niedrigste Preis der letzten 30 Tage (§ 11 PAngV)Gesamtpreis inkl. USt., Versandkosten. 30-Tage-Regel für Rabatte ebenfallsPreise inkl. MwSt. (8,1 %), Zoll und Gebühren klar ausweisen
CookiesEinwilligung nach § 25 TDDDGEinwilligung nach TKGInformation nach DSG, für Google-Produkte Einwilligung nach Googles Richtlinie
BarrierefreiheitBFSG seit 28. Juni 2025, außer KleinstunternehmenBarrierefreiheitsgesetz seit 28. Juni 2025Keine vergleichbare Pflicht für private Shops

Stand Oktober 2026. Übersicht der häufigsten Pflichten, nicht vollständig.

Zum Widerrufsbutton ein Detail, das viele Shops falsch umsetzen: Ein Link im Footer reicht nicht. Die Funktion muss ständig verfügbar und leicht zu finden sein, beschriftet etwa mit „Vertrag widerrufen“. Der erste Klick führt auf ein Formular, erst ein zweiter Button wie „Widerruf bestätigen“ löst den Widerruf aus. Eine Ausnahme für kleine Händler gibt es nicht.

Keine Rechtsberatung

Die Übersicht deckt häufige Pflichten ab, nicht alle. Für besondere Waren (Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, Alkohol, Kinderprodukte, Elektrogeräte mit Rücknahmepflicht) gelten zusätzliche Regeln. Lassen Sie Ihre Rechtstexte von einer Kanzlei oder einem Händlerverband prüfen.

Bevor Sie die erste Anzeige bezahlen

Wenn die Blöcke oben erledigt sind, ist der Shop bereit für Anzeigen. Die Reihenfolge, die wir empfehlen:

  1. Produkte mit Marge und Lagerbestand wählen

    Die ersten Anzeigen gehen auf Produkte, die sich schon verkaufen und von denen genug da ist. Eine Anzeige für ein Produkt mit 10 % Marge rechnet sich in den meisten Branchen nicht.

  2. Den Produktfeed in Ordnung bringen

    Titel, Bilder, GTIN, Kategorien, Versandkosten pro Land. Ohne das funktioniert Google Shopping nicht, der Meta-Katalog ebenso wenig.

  3. Mit einer Kampagne und einem klaren Ziel starten

    Ziel ist ein ROAS, den Ihre Marge trägt, nicht eine Klickzahl. Wie Sie die Grenze berechnen, erklärt unser Beitrag PPC und SEA.

  4. Nach vier Wochen den Checkout prüfen

    Wie viele Besucher aus Anzeigen kommen bis zum Warenkorb, und wie viele kaufen? Ein großer Abbruch im Checkout ist eine Aufgabe für den Shop, nicht für die Anzeigen.

Shopping-Anzeigen sind für die meisten Shops der beste erste Kanal und laufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Österreich sollten Sie den Aufschlag von 5 % einplanen, den Google wegen der österreichischen Digitalsteuer auf dort ausgespielte Anzeigen berechnet. Mehr dazu im Beitrag zu den Google Ads Kosten. Wenn Sie möchten, dass wir Shop und Anzeigen gemeinsam prüfen, schreiben Sie uns.

Häufige Fragen

Shopware, WooCommerce oder Shopify?

Für einen kleineren Shop, der schnell starten will und keinen Entwickler hat, ist Shopify am einfachsten. Shopware ist im DACH-Raum verbreitet und passt, wenn Sie mit einer Agentur arbeiten und Anbindungen an Warenwirtschaft oder ERP brauchen. WooCommerce ist flexibel, braucht aber jemanden, der Updates und Plugins pflegt. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über drei Jahre, nicht die Monatsgebühr.

Wie schnell muss der Shop sein?

Google nennt als gute Nutzererfahrung LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1, gemessen an 75 % der Seitenaufrufe.

Brauche ich ein Cookie-Banner?

Ja, sobald Sie Analyse- oder Werbe-Cookies setzen. In Deutschland verlangt § 25 TDDDG dafür eine vorherige Einwilligung. Für Google-Werbeprodukte brauchen Sie zusätzlich Consent Mode v2, im EWR seit März 2024 und in der Schweiz seit Juli 2024.

Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für meinen Shop?

Wenn Sie an Verbraucher verkaufen und kein Kleinstunternehmen sind, ja, seit dem 28. Juni 2025. Kleinstunternehmen sind solche mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme. In Österreich gilt seit demselben Datum das Barrierefreiheitsgesetz.

Was zuerst, SEO oder Anzeigen?

Zuerst Tracking und Checkout, weil beides für beide Kanäle zählt. Danach Anzeigen für Produkte, die sich schon verkaufen, und parallel SEO für die Kategorieseiten. Anzeigen liefern schnell Daten, SEO senkt die Kosten langfristig.

Muss ich für die Schweiz einen eigenen Shop haben?

Nicht zwingend. Sie brauchen aber Preise in CHF oder eine klare Umrechnung, Angaben zu Zoll und Schweizer MwSt. und die Pflichtangaben nach Schweizer UWG. Viele Händler lösen das mit einer eigenen Länderversion.

Mehr Anfragen aus denselben Besuchen?

Wir prüfen Landingpages, Ladezeit und den Weg zur Anfrage.

Weiterlesen

Adworld, Kranj

Agentur für Google Ads, Meta und SEO. Wir betreuen Werbekonten direkt, ohne Weitergabe an Junioren.

Dieser Artikel wurde mithilfe von KI-Werkzeugen erstellt. Fakten und Plattformregeln wurden anhand der im Text genannten Quellen geprüft, Stand Oktober 2026.